Die anthroposophische Heilpädagogik
Das aus der Anthroposophie entwickelte Menschenbild ist Idee und Grundlage für die Waldorfpädagogik und die mit ihr eng verbundene Heilpädagogik. Danach kann der Geist, die Individualität des Menschen, niemals behindert sein. Behindert sind die leiblichen Grundlagen und die seelischen Eigenschaften: Denken, Fühlen und Wollen.
Aufgabe der Heilpädagogik ist es, die leibliche Grundlage zu stärken und
die seelischen Eigenschaften zu ordnen und zu harmonisieren. Die Bezeichnung
„Seelenpflege“ macht diese Aufgabe deutlich.
Die Pädagogik versteht sich als eine Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung der einzelnen SchülerInnen, durch die möglichst vielfältige Fähigkeiten des Verstehens, des schöpferischen Gestaltens und des von moralischer Verantwortung getragenen Wirkens zu individueller Entfaltung kommen können. Grundlage des Unterrichtens sind die Richtlinien des Lehrplans der Freien Waldorfschulen und Förderschulen.
Der didaktisch-methodische Weg im Umgang mit den vorgegebenen Inhalten
wird – aufbauend auf dem Wissen,
das die Kolleginnen und Kollegen aus ihren
heilpädagogischen Waldorflehrerseminaren mitbringen sowie auf der Erfahrung,
die sie aus bisheriger Unterrichtstätigkeit einfließen lassen – je nach
Zusammensetzung und Bedürfnis der jeweiligen Klasse ständig neu erarbeitet. Neben der täglichen Arbeit jedes einzelnen an der methodisch-didaktischen
Vorgehensweise finden dazu regelmäßig die Fachkonferenzen der
KlassenlehrerInnen statt (Unter-, Mittel-, Oberstufe) und zwei Mal jährlich
die Klassenkonferenzen, an denen alle KollegInnen teilnehmen, die in
dieser Klasse unterrichten.

Wesentlich und für alle verbindlich ist der ganzheitliche Ansatz, durch den in jedem Unterrichtsgebiet neben der Vermittlung kognitiver Inhalte auch das Gefühls- und Willensleben der SchülerInnen angesprochen, geweckt und gepflegt wird. Sinneseindrücke, Sinnespflege und -übungen, Gefühlserlebnisse, praktisches und künstlerisches Tun in vielfältiger Weise haben hier einen hohen Stellenwert.